Im Zusammenhang mit der ersten Vorschreibung der Gebühren für das Jahr 2026 haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wieder über das ungerechte Berechnungssystem bei den Kanalgebühren beklagt.
Die Gebühren orientieren sich nicht am tatsächlichen Abwasseranfall, sondern an baulichen Kriterien. So zahlen etwa zwei Personen in einem Einfamilienhaus oft ebenso viel oder sogar mehr als ein Gastronomiebetrieb, der täglich hunderte Gäste versorgt.
Besonders unverständlich wird dies vor dem Hintergrund, dass Perchtoldsdorf seine Abwässer in das Wiener Kanalsystem einleiten darf – und Wien dabei den tatsächlichen Wasserverbrauch berücksichtigt. Laut Vertrag werden von der gemessenen Wassermenge pauschal 30 % für nicht eingeleitetes Wasser (wie Gartenbewässerung) abgezogen.
Viele fragen daher zu Recht, warum ein solches verbrauchsbasiertes System nicht auch in Niederösterreich möglich ist. Der Vertrag mit Wien führt dazu, dass die Gemeinde lediglich 2.218.400 Euro an Wien bezahlt, den Bürgerinnen und Bürgern aber 5.770.200 Euro verrechnet.

